Das Museum ist tot, es lebe das (mobile) Museum.

Das mobile Museum als Ausgleich und ergänzendes Prinzip.

Das bisherige Museum ist vergleichbar mit einem Zoo. Freie bildende Kunst wird den Menschen in festen Käfigen gezeigt. Dabei wird freie Kunst erklärt, interpretiert, bewertet und gehandelt. Tatsächlich kommt der Künstler (die Künstlerin)
im Museum nicht vor, seine Kunst als eigenständiger Wert ist nicht mehr vorhanden.

Ein mobiles Museum ist die freie Wildbahn für die Kunst und damit die Freiheit für die freie Kunst und den freien bildenden Künstler. Der Mensch ist (und bleibt) Mensch durch Kunst und Kultur.

Die neue Technik macht ein mobiles Museum möglich. Insbesondere die 3-D-Technik lässt uns nicht nur Kunst betrachten, sie lässt uns Teil der Kunst werden. Die Grenzen zwischen Kunst, Museum, Kunsthistorikern, Künstlern, Atelier und Betrachtern werden aufgehoben. Kunst findet dort statt wo sie entsteht, in unserem Kopf und den haben wir (normalerweise) immer dabei.

Alles liegt im Auge des Betrachters. Wir bestimmen, was wir sehen. Wir bestimmen, was daraus gesehen wird (bis zur selbst erfüllenden Prophezeiung). Wir nehmen aktiv Einfluss auf die eigene Sicht der Dinge. Die Welt ist das, wofür wir sie halten.
Wir können die (eigene) Welt verändern, das mobile Museum hilft uns dabei.

Das mobile Museum verwirklicht sich im realen und im virtuellen Raum, es verwirklicht sich über die neue Technik. Diese Technik zeigt nicht nur den (nationalen und internationalen) Museumsort, die dort ausgestellte Kunst, die Wirkung dieser Kunst auf den Betrachter, diese neue Technik macht auch die Aufforderungen von Kunst an den Kunstschaffenden und an den Kunstbetrachtenden sichtbar. Der Mensch ist ein visuelles Wesen. Der Mensch denkt in Bildern. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Eine neue (Welt-)Bild-Sprache wird entstehen. Das mobile Museum wird (als weltweites Netzwerk [im Internet]) der Entwicklungsort dieser (Welt-)Bild-Sprache sein (dazu auch www.svaom.de).

Ein Netzwerk von mobilen Museen wird Teil der modernen Gesellschaft (national und international) sein und mehr Demokratie wagen. Kunst und Kultur können viel mehr als nur Dekoration oder Ware sein, Kunst und Kultur sind für den Menschen lebensnotwendige Nahrung wie Essen und Trinken. Ein mobiles Museum kann diese Nahrung jederzeit und überall in ausreichenden Mengen dem Menschen zur Verfügung stellen.

Bei all der Technik braucht der Mensch ein Handwerk, ein Werk seiner Hände. Vor allem Kinder wollen die eher passive Rolle im Museum verlassen und selbst kreativ tätig werden. Interaktiv bietet das mobile Museum viele Möglichkeiten. Wer einmal einen Hammer im virtuellen Raum geschwungen hat, wird ihn im realen Raum nicht vermissen. Auch Handwerk findet dort statt wo Handwerk entsteht, in unserem Kopf. Alles weitere regelt das (wirkliche) Leben vor Ort.

Zum Abschluss einige Gedanken (auch möglich als Bildergeschichte für Kinder und Jugendliche):

Der Höhlenmann kam von der Jagd zurück, brachte seine Beute mit und schmückte die Höhlenwände mit Darstellungen seiner Taten. Die Höhlerbewohner konnten durch die Bilder teilhaben an seinen Taten. Interaktiv wurde die Jagd vollendet, eine neue Jagd vorbereitet. Man war nicht mehr sprachlos, eine neue Sprache entstand. Der soziale Zusammenhalt wuchs und die Menschen sahen auch ihre Höhle neu, sie sahen ein Museum, das heute im virtuellen Raum als mobiles Museum seine Vollendung findet. Wird der Höhlenmensch seine Höhle wirklich verlassen (können)? Qui vivra, verra.

Peter Marnitz, 52064 Aachen, 15.08.2018

Sollte mein Entwurf (ohne Skizze) im Rahmen des Wettbewerbs (Mobiles Museum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD)) nicht berücksichtigt werden,
biete ich meine Mitarbeit für mein Konzept an. Alles kostenlos und unverbindlich.